Infrastrukturanforderung: Mehr Ladesäulen für die E-Mobilität

Grafik electric car

Wenn nun immer mehr E-Autos auf den Markt kommen und sich die Autohersteller weiter aufrüsten, müssen auch mehr öffentliche Ladesäulen her. Der Ruf eilt der Ladeinfrastruktur voraus: Viele halten das Netz für nicht ausreichend und sehen erhebliche Mängel für die E-Mobilität. 

Anfang April 2019 existierten in Deutschland nach Angaben des Bundesverbands der Energie und Wasserwirtschaft (BDEW) rund 17.400 öffentliche Ladepunkte. Das sind rund 1.300 Ladepunkte mehr als Ende 2018

Plattformen wie Ladesäulenregister zeigen Ladestationen in der Nähe. Es gibt aber auch andere Anbieter wie e-stations.de, plugfinder oder beispielsweise chargemap.  

Unterschiedliche Lade-Modi

Der Lademodus bezeichnet die Art und Weise, wie schnell ein Elektroauto an einer Ladestationen geladen wird. Da gibt es das Schnellladen und Normalladen. 

Das langsame Laden (AC - alternating current) macht vor allem dann Sinn, wenn das Auto für mehrere Stunden geparkt werden kann. Beispielsweise zu Hause über Nacht, auf der Arbeit, oder in Parkhäusern. Das Auto wird dabei über Wechselstrom mit Ladeleistungen zwischen 3,7 kW und 43 kW geladen. 

Das Schnellladen läuft über Gleichstrom, der die höheren Ladegeschwindigkeiten zulässt – d. h. also Gleichstromladen hat den Vorteil höhere Leistung in kurzer Zeit zu erzielen. Das schnelle Laden (DC - direct current) kommt natürlich nur dann in Frage, wenn der Fahrer nur kurz halten kann – so beispielsweise auf Besucherparkplätzen. 

An jeder öffentlichen europäischen Ladesäule gibt es die Möglichkeit unterschiedliche Lade-Modi zu wählen. Das Normallladen läuft über den Typ 2 Stecker. Für das schnelle Laden kommt der CCS-Stecker zum Einsatz.

AC Ladesäulen

Jedes Elektroauto kann mit Wechselstrom geladen werden. Das On-Board-Ladegerät wandelt hierfür den Wechselstrom in Gleichstrom um. Je nach eingebautem Ladegerät variiert natürlich die AC-Ladeleistung. 

Wallboxen

Eine Wallbox ist eine Wandladestation für das Elektroauto. AC Wallboxen werden vor allem im privaten Raum eingesetzt. Sie bietet eine gute Alternative zur normalen Steckdose – denn Wallboxen sind für ein längeres Laden auslegt. Ein Kurzschluss kann hier ausgeschlossen werden. 

In einfacher Ausführung kostet eine Wallbox rund 1.000 Euro inklusive der Montage. Schwierig kann es werden, wenn der Fahrzeughalter in einem Mehrfamilienhaus wohnt. Das Wohnungseigentumsgesetz legt fest, dass der Fahrzeughalter das Einverständnis aller Eigentümer benötigt, um eine Wallbox anzubringen.

DC-Schnellladesäule

Diese Schnellladestationen ermöglichen viel höhere Ladeleistungen. Mit sogenannten Multichargern können alle Fahrzeugtypen versorgt werden. Die DC-Ladestationen sind allerdings viel teurer als AC-Ladestationen, sodass diese überwiegend im öffentlichen Raum eingesetzt werden.

Total Deutschland hat kürzlich bekannt gegeben, dass bis 2022 an 300 Standorten in Westeuropa 1000 Ladepunkte mit sogenannten Ultraschnellladestationen installiert werden sollen. 

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